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Verlagsübernahme birgt Gefahr für Qualitätsjournalismus

Zu der Ankündigung der Übernahme der medien holding:nord durch die Osnabrücker NOZ Medien-Gruppe erklärt der medienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Peter Eichstädt:

Die angekündigte Übernahme der medien holding:nord, zu der alle Blätter des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages gehören, durch die niedersächsische NOZ-Medien-Gruppe verfolgen wir mit großer Skepsis und Sorge. Bisher hat noch jede Übernahme oder Fusion eines Tageszeitungsverlages durch bzw. mit einem anderen zu einem Verlust von Medien- und journalistischer Vielfalt geführt. Es wird dann häufig auf Rendite getrimmt, in der Regel zu Lasten des Personals, vor allem in den Redaktionen. Gut besetzte Redaktionen mit gut ausgebildeten und entsprechend bezahlten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind jedoch die Voraussetzung für qualitativ hochwertigen Journalismus. Wie dieser zunehmend gefährdet wird, lässt sich an Kieler und Lübecker Nachrichten beobachten, seit die Hannoveraner Madsack-Gruppe dort eingestiegen ist. Wird mit den Blättern des shz auf vergleichbare Weise verfahren, was zu befürchten ist, dann wird die ohnehin nicht große Medienvielfalt in Schleswig-Holstein weiter eingeschränkt.

Vor diesem Hintergrund hoffen wir, dass die kartellrechtliche Prüfung, unter deren Vorbehalt die Übernahme steht, nicht nur nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt, sondern auch andere Aspekte, vor allem die Frage der Medienvielfalt in einer Region bei der Bewertung eine Rolle spielen.