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Pflegeausbildung: Schwachstellen am Gesetzentwurf beheben

Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf des Pflegeberufsgesetzes beschlossen. Dazu erklärt die pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

Wir müssen alles tun, um die Pflegeausbildung und den Pflegeberuf attraktiver zu machen, denn wir haben schon jetzt einen Mangel an Fachkräften und brauchen hier dringend Nachwuchs. Eine einheitliche Pflegeausbildung für allgemeine, Kinderkranken- und Altenpflege bietet den Pflegefachkräften im Berufsleben mehr Flexibilität. Eine Spezialisierung in verschiedene Fachgebiete kann genauso wie heute schon z. B. in Geriatrie, Anästhesie und Intensivmedizin durch zusätzliche Qualifikationen erfolgen; auch heute ist dies nicht durch die dreijährige Fachausbildung abgedeckt.

An vielen Schulen wird die gemeinsame Ausbildung ja bereits praktiziert. Der Ansatz zur generalisierten Ausbildung ist angesichts der multiplen Herausforderungen – wie demente Patienten in Krankenhäusern, frische Wunden in Pflegeheimen, mehr ambulante Pflege – nur folgerichtig und entspricht europäischen Standards und setzt die entsprechende EU Richtlinie um. Deshalb begrüßen wir diesen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, und insbesondere, dass die Ausbildung zukünftig für die Auszubildenden kostenfrei ist, aber das haben wir ja für Schleswig-Holstein auch schon organisiert.

Wir sollten jetzt mit vereinten Kräften dafür Sorge tragen, dass es zu einer echten generalisierten qualitätssichernden Ausbildung kommt und vorhandene Schwachstellen Im Entwurf noch korrigiert werden.

So findet beispielsweise keine gleichmäßige Verteilung der Fachdisziplinen während der Ausbildung statt. Bei der augenblicklichen Formulierung der Trägeridentität würden nur 750 von den 2.500 Ausbildungsstunden für die Generalistik bleiben. Die frühzeitige Festlegung auf die Art der Pflege bereits am Anfang der Ausbildung lässt vermuten, dass es so läuft wie jetzt, bloß unter anderem Namen. Auch müssen für die Auszubildenden Praxisanleitungen zukünftig sichergestellt werden und die Schulen müssen auch weiterhin für Qualitätssicherung zuständig sein. Wir wollen eine qualifizierte Ausbildung, die die Pflegenden befähigt, den Ansprüchen einer modernen und fachgerechten Pflege gerecht zu werden.