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Minderheiten und ihre Sprachen sind ein wichtiger Bestandteil Europas

Zum morgigen (13.09.2018) Festakt anlässlich der Ratifizierung der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen vor 20 Jahren erklärt die stv. Vorsitzende und minderheitenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:

Vor 20 Jahren erfolgte die Ratifizierung der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen in Deutschland. Ziel der Charta ist es, die jeweiligen  Regional- oder Minderheitensprachen in einem Land  als Teil des reichen europäischen Kulturerbes anzuerkennen und sie für ihren Fortbestand zu schützen. Die Länder verpflichten sich in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung dieser Sprachen zu ergreifen. Die Vereinbarung kann als Meilenstein in Sachen Minderheitenpolitik angesehen werden und ist ein großer Erfolg für Schleswig-Holstein. Denn auch bei uns können etliche Verbesserungen der Lage von Minderheitensprachen auf die Charta zurückgeführt werden. Mit Niederdeutsch, Dänisch, Friesisch und Romanes sind gleich vier Regional- und Minderheitensprachen bei uns beheimatet. Der damit verbundene kulturelle Reichtum hat bei uns Tradition. Es macht uns Schleswig-Holsteiner vielfältig und einzigartig und darauf sind wir stolz. Die SPD-geführte Küstenkoalition einte die politische Haltung, die autochthonen Minderheiten als selbstverständlichen Teil des gesellschaftlichen Lebens in unserem Land anzuerkennen. Wir haben die Kürzungen der schwarz-gelben Vorgängerregierung im dänischen Schul- und Kulturbereich korrigiert, die Minderheit der Sinti und Roma unter den Schutz  der Landesverfassung gestellt und den Friesisch- Unterricht an Schulen ausgebaut. All das zeigt: Minderheitenpolitik war und ist für die SPD eine Herzensangelegenheit. Mit uns haben unsere Minderheiten auch in Zukunft einen starken und verlässlichen Partner an ihrer Seite. Es freut mich, dass die Regierungsfraktionen den in der Küstenkoalition – federführend von der damaligen Minderheitenbeauftragten Renate Schnack – erstellten Handlungsplan Sprache weiterführt. Eigene minderheitspolitische Akzente können wir von der Jamaika-Koalition bislang aber nicht erkennen.