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Bewährte Strukturen, die aufgestockt werden müssen

Zur Vorstellung des bundesweit einmaligen Ausbildungsmodells für junge Lehrkräfte für Deutsch als Zweisprache und zu aktuellen Forderungen der GEW sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

Seit 2002 wurden in Schleswig-Holstein schrittweise DaZ-Zentren eingerichtet (DaZ = Deutsch als Zweitsprache), um Schülerinnen und Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse gezielt zu fördern. Betraf das im Schuljahr 2013/2014 noch etwa 1.700 Schülerinnen und Schüler, so stieg ihre Zahl bis Februar 2016 auf über 6.000. Im Interesse gelingender Integration müssen junge Menschen so schnell wie möglich an unsere Sprache und an unser Schulsystem herangeführt werden. Glücklicherweise konnte Schleswig-Holstein hier auf bewährte Strukturen zurückgreifen, die jedoch massiv aufgestockt werden mussten und weiter müssen. Hierfür leistet das jetzt vorgestellte Ausbildungsmodell einen wichtigen Beitrag.

Ebenso zeigt sich dieser Tage, dass das neue Lehrkräftebildungsgesetz den Herausforderungen der Zukunft gut begegnet, weil die durchgängige Sprachbildung als Pflichtelement in allen entsprechenden Studiengängen verankert wird. DaZ-Qualifikationen können und sollen in allen drei Phasen der Lehrkräfteausbildung (Studium, Referendariat, Weiterbildung) vermittelt werden.

Gleichzeitig brauchen die Schulen natürlich auch ausreichend Stellen. Im Laufe des Jahres 2015 wurden 365 zusätzliche Stellen geschaffen, seit dem 1. Februar stehen bis zu 280 weitere Stellen zur Verfügung, auch die Planstellen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst wurden aufgestockt, es gibt Möglichkeiten für pensionierte Lehrkräfte zur vorrübergehenden Rückkehr und Geldmittel für die beruflichen Schulen.

Es ist gut, dass das Bildungsministerium transparent mit dem Thema umgeht und die aktuellen Zahlen regelmäßig bei den Schulen abfragt und veröffentlicht.